Mittwoch, 31. Mai 2017

Ein paar Tage in Frankreich...

Recht spontan haben mein Schwager Siggi und ich uns für einen Kurztrip mit dem Motorrad über Vatertag Richtung Süden entschieden.

Es fing alles gut an, wir sind bei schönstem Motorradwetter am Dienstag, dem 23.5.17 über Bernkastel-Kues, Pfälzer Wald (Johanniskreutz) Richtung Vogesen gecruist 😊, weiter ging es dann entlang der Elsässer Weinstraße am Fuß der Vogesen mit grobem Ziel Genfer See.

Vom Genfer See aus sind wir dann weiter ein gutes Stück auf der Route des Grandes Alpes gefahren, bevor wir dann irgendwann ins Landesinnere mit Ziel Vercors abgebogen sind.

Das Zelt war unser ständiger Begleiter, Frühstück und Abendessen haben wir meist selbst gebrutzelt. Hat richtig Laune gemacht und auch meist gut geschmeckt. Zum Glück kann der Siggi so gut kochen 😋


Das Vercors war mir als bislang als Motorradregion gänzlich unbekannt. Super Straßen, Landschaft, alles, was zu einem schönen Motorradurlaub hinzugehört...

Das Ende war dann nicht ganz so schön...nein, kein Unfall...aber ich musste aus gesundheitlichen Gründen über den ADAC von einem hübschen Krankenhaus aus Frankreich bis nach Hause transportiert werden. Aber das ist eine andere Geschichte...

Die Bilder der Tour findet ihr hier:






Freitag, 29. Juli 2016

Camino-Videos

hier eine kleine Auswahl meiner Camino-Videos:

Durch die Meseta

kurz vor Navarette

Margret Thatcher ;-)

Landschaft vor Castrojeriz

Pilgermesse in Viana

Pilgermesse in Santiago de Compostella

Dienstag, 28. Juni 2016

Finisterre

Oder Finsterre, wie es auf dem Ortseingangsschild steht. Ich sitze beim Sonnenuntergang am Leuchtturm ca. 3 Kilometer außerhalb von Finisterre und schaue auf den Atlantik hinaus. Westlich von hier ist nichts mehr, außer der riesige Ozean. 

Christoph Kolumbus ist unweit von hier Ende des 15. Jahrhunderts über den Atlantik aufgebrochen, um nach Indien zu reisen und den Beweis anzutreten, dass die Erde eine Kugel sei und hat dabei so nebenbei Amerika entdeckt. Bis dato  glaubte man, Finisterre sei der westlichste Punkt der Welt (fin=Ende, terra=Erde)

Es ist unbeschreiblich schön, hier an der Küste zu sitzen und das Gefühl zu haben, irgendwie angekommen zu sein. Über 800 Kilometer liegen hinter mir und es geht (auf dem Landweg) nicht mehr weiter und ich kann meinem Schatten nicht mehr länger folgen...😂 😎 😪





Buenos noches Amigos

Montag, 27. Juni 2016

Santiago de Compostela

Heute morgen gegen 10:30 Uhr habe ich mein Ziel, die Kathedrale von Santiago erreicht.

Hinter mir liegen über 800 Kilometer Fußmarsch bei überwiegend tollem Wanderwetter (den Kauf eines Regencapes hätte ich mir durchaus sparen können). 

Dabei habe ich fast 3000 Fotos geschossen, die ich in der nächsten Zeit alle nach und nach sichten und werten muss.

Körperlich fühle ich mich absolut super. Bis auf meine beiden Blasen zu Beginn der Reise habe ich keine weiteren Blessuren davongetragen. 

Ich habe viele Menschen aus der ganzen Welt kennenlernen dürfen und sehr viele -auch tiefgegende- Unterhaltungen geführt sowie einige unvergessliche Erlebnisse gehabt. 

Heute bei der Pilgermesse um Punkt 12 habe ich auch viele alte Weggefährten wiedergetroffen. Das ist irgendwie, wie eine große Familie!

Heute habe ich mir zur Belohnung mal ein gutes Hotel gegönnt. Morgen früh geht's dann mit dem Bus nach Finisterte, um meine durchgelaufen Socken zu verbrennen und um dort den Sonnenuntergang zu genießen. 





Sonntag, 26. Juni 2016

Lavacolla

Das hatte ich mir heute eigentlich anders vorgestellt:
Ich wollte etwas mehr als 20 KM machen, um dann am morgigen Tag vor Mittag gemütlich in Santiago anzukommen. Unterwegs bin ich wieder Nick einem ehemaligen Soldaten der Royal Army aus London begegnet, der mir von Irak- und Afghanistaneinätzen erzählt hat. Vor ein paar Wochen hatten wir abends seinen 58. Geburtstag gefeiert. Wir haben über einen längeren Zeitraum so intensiv miteinander gequatscht, das wir die letzte Herberge bei Kilometer 21 verpasst haben. Jetzt hieß es Augen zu und durch, denn bis Santiago ist keine weitere Herberge mehr aufgelistet. Ich hab ihm gerade noch gesagt, dass ich mich eigentlich auf den letzten Metern vor Santiago noch mit Miss Kanada treffen wollte, die mich vor 400 Kilometern abgehängt hatte und die ich bis dato auch nicht mehr gesehen habe. Wir hatten lediglich über WA noch Kontakt. Prompt hinter der nächsten Biegung tauchte sie wie aus dem Nichts auf. Ich rufe laut: "Miss Kanada!!!", Antwort: "Mr. Germany!!!"
Kurze Begrüßung, dann geht's zu dritt weiter.
Mittlerweile haben Nick und ich von Azofra aus schon fast 30 KM zurückgelegt, unsere Füße schmerzen bei jedem weiteren Schritt, das Wasser ist auch alle.
Dann taucht in einem kleinen Kaff ein Motel auf, kurze Nachfrage und wir drei bekommen ein schmuckes 3-Bettzimmer für 50€. Die Gastgeberin greift in den Kühlschrank und spendiert ein kühles Bier. Nach der Dusche schlendere ich in die einzige Bar im Ort und kaufe uns eine Flasche Tinto, die wir jetzt gemütlich gemeinsam  im Garten genießen. 
Morgen früh werden wir dann die letzten 10 Kilometer noch zusammen meistern, bevor unsere Wege sich dann endgültig trennen...

Samstag, 25. Juni 2016

Arzúa

Heute und dann noch einmal schlafen...

Ich bin für 10€ in einer wirklich guten Herberge untergekommen und hab meinen alten Bekannten Marlon aus Brasilien wiedergetroffen. Zuerst haben wir mal unsere Kontaktdaten zwecks Fotosharing etc. ausgetauscht, denn wer weiß, ob wir uns in SdC nochmal sehen...

Der Kilometerzähler zeigt jetzt unter 40 an. Das ist an zwei Tagen gut zu schaffen, morgen etwas mehr als 20 KM und dann werde ich am Montagmorgen versuchen, bis Mittag die Kathedrale in Santiago zu erreichen. Um 12 ist die obligatorische Pilgermesse und da hoffe ich dann viele alte Gesichter wiedersehen und den Camino offiziell zu beenden.

Dann werde ich anschließend mit dem Bus zum Ende der westlichen Welt (Kap Finisterte) fahren, was ich bei meinem letzten Camino leider versäumt habe.

Unterwegs bin ich heute wieder Warren begegnet, der mir Storys aus der Mongolei und von seinem Trainingslager in Afrika erzählt hat. Dann tauchten auch Sepp, Agnes und Melanie auf, die sich gestern Abend eine Magenverstimmung zugezogen hat und auch dementsprechend drauf war.

Meinen Rückflug habe ich die Tage auch gebucht, am 3.7. geht's von Porto zurück nach Köln. In Santiago muss ich mich dann noch um die Busverbindung nach Porto kümmern...









Kleines Loch im Socken



Bis auf den Meter genau 😉



Freitag, 24. Juni 2016

Ponte Campaña

Noch gut 60 KM bis Santiago de Compostella!

Die Pilgerreise nähert sich langsam aber sicher dem End zu. In ca. 3 Tagen müsste ich SdC erreichen.

Heute war eher unspektakulär, wider Erwarten wenig Pilger auf dem Camino, das Wetter war zum Wandern optimal aber 22 KM reichen dann auch.

Heute morgen habe ich mich auch prompt verlaufen, bin in einer Sackgasse gelandet, die vor einem Wald endete. Wieder einen Kilometer zurück, dann bin ich Sarah begegnet, die auch den falschen Weg eingeschlagen hat. Sarah, um die 30 ist Ärztin aus Sydney/Australien und spezialisiert auf künstliche Ernährung, also Sonde, Intravenös und über Nase/Mund. Der Fachbegriff für dieses Spezialgebiet ist mir leider entfallen, habe ich in Deutschland aber auch noch nie gehört. Sie hat vor dem Camino einen Selbstverteidigungskurs absolviert und telefoniert zur Sicherheit und Kontrolle immer zur gleichen, festgelegten Uhrzeit mit ihrem Boyfriend in Sidney.
Unterwegs sind wir dann dem Paar aus Ungarn begegnet, die sich gerade auf dem Camino und auf Hochzeitsreise befinden. Sie ist Visagistin und arbeitet derzeit noch in China, er Rechtsanwalt, war bis dato ebenfalls In Shanghai tätig. Sie wollen -obwohl beide dort gut verdienen- ihren Wohnsitz wieder nach Ungarn verlegen, da das Leben dort nicht ihren Vorstellungen entspricht. Er sagte mir, dass dort die Leute, insbesondere die Landbevölkerung, die es in die riesige Stadt verschlagen hat, einfach in der Metro pinkeln oder am Straßenrand ihr großes Geschäft verrichten. Auch, so sagt er, seien seine Frau und er dort zu Vegitariern geworden.
Später ist mir dann "Puschka", ein Deutscher und so Mitte 50 wieder begegnet, den ich ein paar hundert Kilometer vorher schon mal gesehen hatte. Er hat Kunst und Geschichte studiert und macht jetzt Coachingkurse für Manager und Teams in großen Unternehmen. Auf die Frage, wo der Name denn herkommt, sagt er, dass er mehrere Jahre in Indien verbracht hat und den Namen dort angenommen hat (nur seine Mutter nennt ihn noch Winfried)
Ist irgendwie schon eine verrückte Welt!?
Hier wieder ein paar Bilder:

Pilgermenü in Galicien 















Pilgerbeine